Über Fenrir




Warum der Name Fenrir? Mich begeistert die nordische Mythologie, die Sagen und Götterwelt der Kelten und Germanen schon seit ich ein Kind war. Wie auch alte Märchen und deren Entstehungsgeschichte. Das Lesen von Terry Prattchet Geschichten gibt dem dann noch eine ganz eigene Note. Man bekommt einen etwas anderen Blick auf Religion und Spirituelles.



Seit langem interessiere ich mich für Archäologie, Vor- und Frühgeschichte, die Zeit der Kelten, Germanen, Wikinger und Normannen.   Hinzu kommt meine Faszination für Wölfe.
In der nordischen Mythologie gibt es einen Dämon. Den Fenriswolf auch Fenrir (auch Fenrir, Fenrisúlfr, Beiname Hróð(rs)vitnir) genannt. Einst versuchten ihn die Asen -weil er ihnen zu mächtig wurde zu fesseln-, was ihnen aber nicht gelang. Erst durch eine List vermochten sie  es den Wolf sozusagen an die Leine zu legen. Dabei verlor der Kriegsgott Tyr in der Sage eine Hand.
Nun weist die nordische Mythologie recht interessante Parallelen auch zum Christentum auf. Vor Jahren las ich mal ein Buch „Odin, ein Gott auf der Couch.“ Gute Lektüre im Übrigen und sehr zu empfehlen finde ich, man bekommt beim Lesen eine andere Sicht der nordischen Mythologie präsentiert, die einen nachdenklich stimmt.

Wölfe waren schon immer eines meiner Lieblingsmotive. In meinen Cartoons, wie auch in meinen Bildern. Was lag da näher als vor gut 17 Jahren eine Domain zu sichern, die dies beinhaltete.  Eben Fenrir. Damit schlug ich quasi zwei Fliegen mit einer Klappe und konnte Interessen (Wölfe und Paganismus) miteinander verbinden.
Mir ist der Name im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen, ich sehe in Fenrir nicht wirklich eine dämonische Figur. Obwohl er in der Sage, wenn er sich denn von seinen Fesseln befreit das Ende der bekannten Welt und den letzten Kampf der Götter das Ragnarök auslöst, und Odin tötet, dabei selbst getötet wird.
Vielmehr ist diese Sagengestalt für mich ein Sinnbild für unbändige Freiheit. Eine Freiheit, die dazu strebt, das zu tun was sie möchte. Was man selbst gerne möchte. Wer kennt sie nicht, die Fesseln, die einen oft genug daran hindern, das zu tun was man gerne macht. Vielleicht ist der Fenriswolf ein Beispiel dafür, zu dem zu stehen was einen brennen lässt. Trotz aller Hemmnisse, die im Weg stehen mögen. Sich für etwas begeistern. Bei mir ist es ohne Frage meine künstlerische Arbeit. Sowohl in 3D, als auch bei Cartoons und dem Zeichnen und dem Fotografiere. Anderes kommt noch hinzu, wie das anfertigen von Amuletten aus Holz oder Knochen.
Seit längerer Zeit sehe ich im keltisch/germanischen Pantheon meine religiöse Heimat. Ich mag diese Art Naturglauben. Natürlich interpretiert in die heutige Zeit. Viel ist davon ja leider nicht erhalten geblieben. Auch der Schamanismus und Buddhismus hat mich immer inspiriert
Ich selbst würde mich als Heide bezeichnen. Obwohl nicht unbedingt ein praktizierender Gläubiger bin, finde ich den Glauben an eine beseelte Natur als eine sinnvolle Basis, mit der es sich lohnt zu beschäftigen. Mein alltags Leben lasse ich aber dennoch nicht durch (m) einen Glauben bestimmen. Für mich ist es eine hilfreiche Stütze um Fragen, die das Leben einfach stellt selbst auch zu stellen und vielleicht wenn man der Seele der Natur zuhört Antworten zu erhalten. Allerdings hüte ich mich davor, mich von Auslegungen gleich welcher Religion bestimmen zu lassen.

Das Christentum gibt mir schon lange nichts mehr. Nichts, das mich dort binden oder gar begeistern würde (‚sieht man von alten Kirchen mal ab, die ich sehr interessant finde). Für mich ist es ein korrumpierter und korrupt gewordener Glaube der schon lange nicht mehr von den meisten seiner Anhänger gelebt wird, m.E. schlicht tot ist. Ich vermute mal das  der Chef Sandalenträger im Grabe (wenn er den eins hätte ;-) rotieren würde, wenn er sehen würde was aus seinem Glauben gemacht wurde.
Das alles hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern entspricht dem natürlichen spirituellen Drang etwas da draußen zu suchen, das uns Menschen über die Jahrtausende unserer Existenz begleitet hat. Das Christentum hat vieles davon durchaus auch bewusst zerstört oder für sich vereinnahmt. Dabei schlimme und entsetzliche Verbrechen verübt. Verbrechen zu denen es auch heute nicht wirklich zu stehen vermag.
Wenngleich sich meine Skepsis in Bezug auf das Christentum deutlich gelegt hat. Ich gehe auch gerne hin und wieder in eine Kirche um mich von der Stimmung einfangen zu lassen, zu spüren.
Zu anderen Religionen habe ich,  ein interessiertes neugieriges Verhältnis. Es gibt nur eine, die ich komplett ablehne. Das ist der Islam. Selbiges hat viele Gründe. Letztlich auch den, das ich diese Glaubensrichtung als noch intolerant westlichen sowie menschlichen Werten gegenüber empfinde und wahrnehme. Mag sein das dieser Glaube mal in der moderne ankommt, sich säkularisiert. Aber das kann ich noch nicht erkennen.
Nun ist Religion immer eine schwierige Geschichte. Allein ihre Existenz macht sie schon anfällig für den Missbrauch oder Manipulation. Heutzutage ist es nicht einfach sich zum Heidentum zu bekennen. Es besteht immer die Gefahr zum Spinner oder auch als rechtslastig deklariert zu werden.

Mir ist es eigentlich wurscht. Rechts gerichtet bin ich nie gewesen und werde es auch nie sein. Aber die Faszination für das nordische, die Edda und die Welt der Keltisch/ Germanischen Götter bleibt. Und ein wenig stolz auf unsere Nation und unsere kulturelle Identität und Integrität darf man dabei auch sein. Man muss es ja nicht gleich übertreiben ;-). 

In diesem Sinne, wir lesen uns.

Auch wenn sich zurzeit mehr auf Facebook abspielt wird Fenrir immer auch ein Bestandteil meines künstlerischen Schaffens sein. Ich freue mich über den Besucher, der hier verweilt. Kritik und Compliments natürlich erwünscht :-).