Airbrush

Zu Beginn in der Karriere des Airbrushens (falls es denn eine wird ;-)) gibt es häufig ziemliches Gefluche, was den Umgang mit dem Luftpinsel angeht.. Mein Vorteil war eigentlich, dass ich bereits recht gut zeichnen konnte bevor ich begann mit dem Luftpinsel zu arbeiten. Sehr oft sieht man es Bildern an, die wirklich in sich nicht stimmig sind, und die Proportionen, nun sagen wir recht mies getroffen sind.
Der Vorteil im Umgang mit dieser Art von Medium liegt ganz einfach daran, dass sehr feine und hauchdünne Übergangsbereiche möglich sind. Das erlaubt ein sehr feines und genaues Arbeiten. Allerdings ist es auch so, dass viele ohne jegliche Kenntnisse des Zeichnens an sich beginnen mit Airbrush zu arbeiten.
Wer jedoch denkt, dass es heißt nur zu sprühen, der irrt. In einer Arbeit kommen durchaus verschiedene Techniken zu Einsatz. Ob es nun Kratz, Wisch, oder der Einsatz von Bunt oder Bleistiften ist. Es gibt recht viele Möglichkeiten zu beginnen. Ich denke es ist wichtig seine eigene Kreativität dabei nicht zu vernachlässigen und nicht zu viel vorweg zu planen. Das Ziel "Ein gutes Bild" führt über viele Wege, und das muss nicht generell bedeuten, etwa andere Bilder nachahmen zu wollen.
Ich persönlich finde es sehr viel wichtiger zu experimentieren, als sich sklavisch an bestimmte Vorgaben zu halten. Damit möchte ich nur sagen, dass es damals schon reichlich Amazonen (auf Motorhauben und sonstigen Materialien) gab. Keine Motive für mich. 
Natürlich kaufte ich mir zu Beginn den falschen Kompressor, werkelte mit völlig blöden Farben herum. Aber ich kam recht schnell mit dem Medium klar.
Und ich sammelte Erfahrungen, erfreuliche wie negative ;-).
Etwa:
Wie versaue ich mir ein schönes Bild in dem mir Farbe aus der Pistole in den Luftstrom fließt und so richtig schön das meist fast fertige Bild besprenkelt.

Da ist die Maskierfolie, die sich garantiert mitsamt dem Bild vom Träger abziehen lässt.

Die Tasse Kaffee die über ein fertiges Bild schwappt, das man gerade stolz betrachtet.

Irgendwann begann ich auch etwas abstraktere Motive zu bearbeiten. Und hier habe ich dann auch etwas wie eine Heimat gefunden. Ich begann mit unterschiedlichsten Untergründen zu arbeiten. Sprich verschiedene Kartons oder auch Papyrus, das es mir besonders angetan hat.
Für mich war es dabei immer wichtig, wie sich Material und Farbe verhält, auch wenn man es unterschiedlichen Einflüssen aussetzte. Hier finde ich kommen wir zu einem zu mindestens recht wichtigem Punkt für mich.
Das Experiment ist wichtig, und es kommen sogar gute Bilder heraus. Zudem lässt sich in einem abstraktes Bild häufig etwas interpretieren. Soll heißen der Betrachter sieht etwas von sich oder dem Künstler darin. Eben dies ist das schönste Geschenk für einen Künstler überhaupt.
Inzwischen arbeite ich fast nur noch am Rechner. Im Gegensatz zum Brushen kann ich hier problemlos korrigieren und in 3D Motive aus verschiedenen Blickrichtungen anlegen. Malen tue ich gelegentlich noch, dann aber abstrakt.
Ans Brushen erinnere ich mich aber immer noch gerne zurück.  Das Bus Projekt, für die Stadt Herne, war die größte und letzte Airbrusharbeit. Danach habe ich mich mehr auf die Arbeit am Rechner konzentriert.
Im Laufe der Zeit kamen viele hundert Bilder zustande.

Bilder in Groß? Dann drauf klicken :-).