Sonntag, 20. August 2017

Nachdenkliches ;-)


Ich philosophiere ja gerne ein wenig, lese recht viel. Liebe gruselige Kurzgeschichten, besonders jene vom King, Lovecraft und anderen. Bei King und Lovecraft kann ich wirklich in der Geschichte versinken. Leider führt die Kurzgeschichte in Deutschland ja ein eher unterrepräsentiertes Dasein. Ich mag ohnehin mehr die Amerikanischen, Englischen Autoren. Die Deutschen sind mir oft einfach zu wenig spannend und echt oft zu moralinhaltig. Was mir da fehlt ist einfach der Esprit oder auch „Sense of Wonder“, das staunen. Nun mag ich epische Geschichten. Geschichten von Imperien, untergegangenen Superzivilisationen und vielem mehr.

Oder die schräge Art von Douglas Adams wie Terry Pratchett. Schriftsteller, an die deutsche Autoren nicht im Entferntesten herankommen. Nun mag mein Blick da auch etwas wenig weitschweifig sein. Liegt auch daran das Bücher immenses Geld kosten. Also bin ich mehr oder weniger auf das angewiesen was ich geschenkt oder anderswo bekomme. Selten „kaufe“ ich ein Buch. Wenn man mal von alten Terra Astras oder andere Kurzgeschichten Bänden absieht die ich gelegentlich auf dem Trödel finde. 

Alles in allem ist Lesen etwas das Geist und Phantasie anregt. Gott sei Dank bin ich in einer Familie groß geworden in der immer gelesen wurde. Wenn ich mir die heutigen Kids so ansehe, so bröckelt das besonders bei den sozialen Randschichten immer mehr. Ob das am Smartphone liegt? Denke eher nicht, das Dinges ist eher ein Symptom. Liest die Familie nicht, tun das in den seltensten Fällen auch die Kinder.


Nun stellen sich Menschen, die viel Lesen ganz gerne auch mal über jene, die ein Buch nur zum Werfen in die Hand nehmen. Mache ich auch hin und wieder, aber eher deshalb, weil es mich erschreckt wie ungebildet und Phantasielos es am unteren Ende der sozialen Leiter (und nicht nur da) zugeht. Wenn Alkohol und Drogen, sowie Angst vor weiterem Abstieg und Perspektivlosigkeit das Leben bestimmen, ist es wohl nicht einfach Muße zum Lesen zu finden. Gerade wohl auch dann wenn die Lesekompetenz nie wirklich gefördert wurde.  

Phantasie ist wohl der Schlüssel, Neugier ist der Schlüssel. Menschen die Lesen, auch ausgefallenes sind oft neugieriger als andere. Aufgeschlossener, selbst auch kreativ. Ich finde das gerade im Zeitalter des Internets umso wichtiger neben der Kernkompetenz Lesen auch die kreative Ader zu fördern. Machen ist da wohl das passende Schlagwort, oder sollte es sein.

Wenn ich mal in einer Maßnahme bin treffe ich oft auf Menschen die eigentlich Außer den drei großen F`s gar nichts mehr im Sinn haben. Nicht, dass dies auch in der Mittel und Oberschicht zunehmend der Fall wäre. Aber dort fällt es mir schon recht eklatant auf. Wenn es schwerfällt ein Schreiben vom Amt flüssig zu lesen und den Sinn zu erfassen, dann wird es für manche echt kompliziert.  Erst recht wenn es darum geht dann auch noch schriftlich zu kommunizieren.
Nun bin ich keiner der mit er typischen Arroganz studierter Leute –die das (wirkliche) Leben in seiner Härte nie wirklich kennengelernt haben- daherkommt. Auch wenn ich manchmal schon wirklich den Kopf schütteln muss.

In diesen düsteren Hartz IV Zeiten in denen Menschen immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden ist es wohl wichtiger denn je Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben usw. verstärkt zu vermitteln.

Wohl aber auch Arroganz zu brechen. Als jemand der Hartz IV bezieht wird man gerne in Schubladen gesteckt. Entspricht man nicht den Vorstellungen jenes Menschen der „hinter“ dem Schreibtisch sitzt oder seit Jahren im selben Job muckelt und gar keinen Blick mehr hat für Gesellschaftliche Wirklichkeiten außerhalb der eigenen Scheuklappen hat, dann wird es nicht unbedingt einfacher.

Da wird man dann auch gerne mal belehrt. Es hat eben „so“ und „so“ zu sein! Nun mag das bei manchen Menschen die ihr Leben der Flasche oder Drogen geopfert haben auch nötig sein, ohne Frage.

Dennoch fehlt es an einem gewissen Respekt dem Menschen am unteren Ende der Leiter gegenüber. Nur weil man Arbeit hat, macht einen das nicht zu einem wertvolleren Menschen. Es gibt wenige, die Glück haben im Leben, indes in Hartz IV Zeiten Millionen Verlierer.

Es ist vielleicht die Kunst sich nicht darin zu verlieren. Es nicht zu akzeptieren als Verlierer und unwert abgestempelt zu werden. So wie es manche Sozial Darwinisten gerne hätten. Das wird in Zukunft schwieriger werden. Auch weil starker sozialer Druck über die Zuwanderung wohl auch durch die Politik ganz bewusst aufgebaut wird. Die „Masse“ macht da ganz gerne mit. Buckelt nach oben und tritt nach unten. Schließlich will man ja nicht in Hartz IV fallen. Dass die bröselnde Mittelschicht da panische Angst hat kann man zunehmend beobachten.

Die Frage ist. Wie wehrt man sich kreativ dagegen? Nun, ich für meinen Teil blogge. Werbe immer dafür kreativ zu sein, sich nicht fallen zu lassen. Mein eigenes Selbstwertgefühl habe ich ohnehin nie von Erwerbsarbeit abhängig gemacht. Es ist schön Arbeit zu haben, es ist aber nicht zwingend schrecklich keine zu haben. Man kann klagen mit Mitte 50 (Chance da noch Arbeit zu bekommen, sind fast gleich Null.) abgestempelt zu sein, oder versucht das Beste draus zu machen.

Lesen, schreiben, kreativ sein ist da ein guter Weg. Einen den ich gerne gehe, ohne im Frust des Alltags versinken zu müssen.  


Wir lesen uns ;-).