Freitag, 29. Januar 2016

Sh`corbel :-)


Sh`corbel das Wer- Kaninchen hatte ein Problem. Diese verdammten Jäger kamen ihm immer näher. Nicht das er Jäger nicht mochte –kulinarisch gesehen-, aber diese hier waren clever. Der Anführer blieb am Ball bzw. Kaninchen und wollte ihm an den Pelz.

Nun verlassen sich Werkanichen in der Regel auf Ihre Instinkte. Diese sagen, greif nur das an was kleiner ist als du, gefesselt und so wehrlos ist, das es sich problemlos zur Beute machen lässt. Sh`corbel war anders und hatte mit so ziemlich allem Lebendem und Untotem gestritten das im hiesigen Wald zu finden war. Eine lange Kette von Narben und eine zerfurchte Wange mit einem hervorstehenden Eckzahn legten davon Zeugnis ab.
Selbst Wölfe und Bären gingen diesem besonderen Fellpaket lieber aus dem Weg. Nur eben diese Jäger nicht. Felle von Werkanichen waren in den Ebenen begehrt, und der Hunderücken galt als einer ihrer letzten Rückzugsorte.  Nun hatte Sh`corbel keine Furcht, aber sein Heim befand sich nicht weit weg und seine Schützlinge hatten es schon schwer genug gehabt über den harten Winter in den tiefen Wäldern Fh`ernwalds und den schroffen Gipfeln des Hunderückens  zu kommen. Die Jäger aus den Ebenen störte das wenig.
Obwohl sie durchaus wussten, dass es gefährlich war in den Bergen des Hunderückens und Fh`ernwalds zu jagen taten sie es wie es Barbaren zu tun pflegten, und ignorierten die Gefahr. Es mochte Gier sein die sie dazu trieb, oder der Drang zu töten. Galt der blutige Jagdsport in den edleren Kreisen der Ebenen doch als elitäres Vergnügen der besonderen Art.
Meist verschwanden sie jedoch recht schnell wieder wenn sie die örtliche Flora und Fauna, einschließlich der Dorfbewohner kennengelernt hatten.  Kamen noch Hexen und Magier ins Spiel, dann reichte es meist für eine Abschreckung die einen bleibenden  Eindruck auf unterschiedliche Arten hinterlassen konnte.
Sh`corbel atmete tief durch. Genoss trotz des Unbills eine langsam wärmer werdende Luft des Tages, die den sehnsüchtig erwarteten Frühling ankündigte. Mit seinen empfindlichen Sinnen spürte er den Jäger, der sich nur wenige Dutzend Meter entfernt von ihm durch das dichte von Felsen gespickte Unterholz bewegte.
Werkaninchen waren größer als ihre harmloseren Vettern. Nicht unbedingt so harmlos, aber mit einem geübten Schützen konnten sie es nicht aufnehmen. Der Jäger benutzte keine Armbrust oder Bogen, was noch einigermaßen fair gewesen wäre. Er benutzte eine jeder Donnerbüchsen, die  langsam auf den Ebenen in Mode kamen und mit ihren Kugeln tiefe Löcher in ihre Opfer stanzten.


Sh`corbel witterte und näherte sich vorsichtig dem Ort, auf den er es abgesehen hatte. Dabei achtete er sehr sorgsam darauf, dass die Abdrücke seiner Läufe gut zu sehen waren. Er hörte wie der Jäger leise seine Kumpane zu sich rief. Nahm wahr, dass seine Fährte wie beabsichtigt gefunden wurde. Sh`corbels Seite schmerzte, wo ihn die Kugel trotz seiner Schnelligkeit gestreift hatte. Der Schmerz war nicht schlimm, er hatte schon übleres wegstecken müssen. Kurz hielt er inne und hüpfte mit einem behenden Sprung in den Eingang der tiefen Höhle hinein. Achtete darauf keinen Lärm zu machen und sprang vom lehmigen Boden direkt auf einen kleinen Felsvorsprung, von dem er sich vorsichtig  wieder heraus bewegte. 


Etwas regte sich im inneren der Höhle. Das Werkaninchen kletterte geschickt auf eine kleine Eiche in der Nähe des Eingangs und machte es sich in einer Astgabel gemütlich. Die Wunde pochte. Er mochte das Schauspiel da sich nun bieten würde nur ungern verpassen.
Die drei Männer mit langen Bärten und Lederanzügen waren erfahrene Jäger der Ebenen, bwegten sich vorsichtig und schnell. Aber sie kannten die Berge anscheinend nicht gut genug. Einer sah die Spuren des Kaninchens im Tunneleingang und winkte. Seine Kumpane entzündeten Fackeln. Nach kurzer Diskussion, die vom Anführer mit einem kräftigen Zischlaut energisch  beendet wurde betraten sie im Schein der Fackeln die Höhle.

Sie verschwanden im Dunkel des  Eingangs, einen Moment konnte man das Spiel der Flammen auf den Felsen erkennen. Erst passierte nichts, dann klackerte und riss etwas und ein Stück Jäger flog aus dem Höhleneingang  an Sh`corbel vorbei. Es knallte! Ein knurren und Geschrei folgten. Nun ja, sollte keiner sagen, dass es nicht tapfere Jäger waren. Aber einen schlafenden Höhlenbären, der noch dazu noch nicht gefrühstückt hatte zu wecken war ein mehr als unverzeihlicher Fehler. Bären waren groß, schnell, und wenn sie üble Laune hatten nach Drachen so ziemlich das unberechenbarste was der Wald für unwillkommene Gäste zu bieten hatte. Der zweite der Jäger verteilte sich mit ungeheurer Wucht  ziemlich schnell am Eingang der Höhle, und sorgte für ein interessantes Farbmuster in uni an der rauhen Felswand.

Hektisch stürzte der Anführer aus der Höhle, drehte sich um legte seine Büchse an und schoss. Mochte an der Aufregung liegen dass er das 500 Kilo Etwas, welches mit sehr schlechter Laune aus der Höhle kam nicht traf, oder an zittrigen Fingern, Höhlen waren ja kalt. Ein mächtiger Schatten trat aus der Höhle und entließ einige blutige Überreste aus seinem Kiefer. Der Mann sah den Bären ächzte vor Entsetzen, fiel kurz hin, raffte sich wieder und lief in den Wald, so gut er konnte. Er schien verletzt zu sein. 

Der große Bär schüttelte sich und knurrte. Witterte wie es diese großen Tiere zu tun pflegten kurz. Drehte seinen mächtigen Schädel in Richtung Sh`corbels der das ganze Geschehen von seinem Platz aus beobachtete. Das Werkanichen vernahm ein kurzes kehliges „Danke!“. Der alte des Waldes wie er von Hexen genannt wurde machte sich auf zum Frühsport. Und ein Jäger der Ebenen mochte nun wohl feststellen, dass es nicht angenehm sein würde gejagt und zur Beute gemacht zu werden.