Montag, 28. Dezember 2015

Die anonymen Heldenwaffen :-)

Es gibt ja Dinge in magischen Welten über die recht wenig geschrieben wird. Entweder, sie sind dem Chronisten der jeweiligen Seite peinlich, wie etwa wo welcher Held Pickel und der Bösewicht Furunkel hat. Oder es sind eben Gegebenheiten, die als von nicht allgemeinem Interesse abgetan werden.

So eben solchen zählen jene Instrumente, die Böse erst Böse und vermeintlich Gute erst zu Gutem machen. Gemeint sind für den interessierten, die Heldenwaffen. Zu denen eben auch jene der bösen gehören. Warum? Weil sie hin und wieder den Besitzer wechseln und böses wie gutes oft nur eine Frage der jeweiligen Sichtweise und Interpretation ist. Standpunkte wechseln dabei meist ebenso häufig den Besitzer wie Socken oder Kettenhemden.
Dennoch besitzen diese einzigartigen oft Jahrhunderte alten Dinge Charakter, ja sogar Persönlichkeit. Auch Namen sind ihnen zu Eigen, wie etwa Schädelspalter, Knochenbrecher, Witwenmacher Monstermurkser, oder KlingediefeinsäuberlichdieGurgeldurchtrennt für die anspruchsvolleren (gebildeteren und studierten) Kreise, die es ja auch unter dieser Art Volk geben soll.
In der magischen Welt macht sich um den geistigen Zustand der Bewaffnung allerdings so gut wie keiner Gedanken. Niemand der Helden, oder gar Bösewichter denkt daran dass einem sensiblen Schwert beim Anblick von Blut auch mal schlecht werden kann, oder das sich eine Keule bei zu vielen Gehirnspritzern auch mal übergeben kann.
Von der psychischen Hygiene mal ganz abgesehen. Das da, die ein oder andere Waffe schon kurz nach der Geburt beim Schmied einen Schock fürs Leben bekommt ist absehbar. Wenn man von dem Gerede von der gerechten Waffe, dem Zorn der Götter oder bräsigen Alben mal absieht. Von Göttern und ihrem feinsinnigen Gefolge mal ganz zu schweigen.
So hat man es denn als Waffe in der Märchenwelt nicht gerade einfach. Schon gar nicht wenn es um grenzdebile Helden oder Bösewichter mit Masken geht, deren man Genuschel unter derselben kaum verstehen konnte.
Bis irgendwann eine pensionierte Armbrust auf den genialen Gedanken kam, die Selbsthilfegruppen für anonyme Heldenwaffen zu gründen. Diese gaben den gestressten Klingen und anderen Instrumenten ihrer Art auch mal die Möglichkeit einen Abend unter Gleichgesinnten zu verbringen, sich über den neuen Master/in auszuheulen und ein wenig tröstende wie verständnisvolle Worte zu finden. Eine starke Gewerkschaft setzt mittlerweile auch freie Stunden durch, die ein wenig vom Stress unter dem die Klingen stehen ausgeglichen kann. Hinzukommt eine 48,5 Stunden Woche, und eine Art geringe Bezahlung in die Rentenkasse um auch im rostigen Alter ein auskommen zu haben.
Es ist gesellschaftlich unabdingbar das man auch für geplagte Blankwaffen ein offenes Ohr hat. Die magische Welt ist da gerade erst am Anfang. Aber der muss ja auch irgendwann einmal überall gemacht werden „wink“-Emoticon.