Mittwoch, 11. November 2015

Von Besenwesen und anderem ;-)





Ich habe nicht lange überlegt ob ich die Geschichte mit dem Besenwesen und Hexen mal fortsetze. Bei mir ist das mit dem Schreiben immer so eine Sache. Ich muss Lust dazu haben. Mache es nicht deswegen um bekannt oder sonstwas zu werden. Es ist einfach nur Entspannung. Ursprünglich auch daraus entstanden um meine negativen Erfahrungen in einem Callcenter Job zu verarbeiten. Geschrieben habe ich schon immer gerne. Für besonders begabt halte ich mich nicht wirklich. Mir fehlt ein wenig die Geduld um eine Storyline zu entwickeln.  Ich habe großen Respekt vor Menschen, die es schaffen ihre Gedanken in Worte zu fassen, als Text niederzulegen. Meine Geschichten, es sind ja eher Fragmente,  ein wenig schräg und sollen auch so sein. Mal schauen ob es sich weiter entwickelt. Hin und wieder packt es mich ja. Und da ich gebeten wurde, weiter zu machen hier nun die Fortsetzung um das Besenwesen Wh`iellie, und natürlich den Hexen die nicht fehlen dürfen. Übrigens, kommen natürlich auch Zauberer vor, aber diese an anderem Ort. Mit Drachen und allem was dazu gehören mag.
Fehlen dürfen dabei natürlich auch meine Illus nicht :-).

Wir lesen uns ;-).



Der Morgen graute über den kleinen Wald dahin, ein Rotkehlchen stimmte sein zauberhaftes Lied an und der verzückte Wanderer/in genoss die Natur in vollen Zügen. So mag es in Märchen eines konservativen Filmproduzenten in Alt Hh`ollywood geklungen haben. Dort sangen in warmen sonnendurchleuchtenden Wäldern die Rotkehlchen und anderes Vogelvolk mit Prinzessinnen um die Wette, niedliche Hasen staunten, und andere Waldtiere setzten drollig wie traurige Blicke auf. Wölfe, Bären und Luchse hatten bei diesen Tiraden meist nur ein drängendes unruhiges Hungergefühl im Bauch. Einschließlich eines schlechten Gewissen wenn sie schließlich ihrer Natur folgten und eben diesen Hunger stillten. Ein niedliches Häschen zu verspeisen wird einem Raubtier nicht so ohne weiteres vergeben. Da denkt keiner dran, dass in der Heimathöhle ein knurriges Weibchen und 12 nörgelnde Welpen auf Futter warteten. Vielleicht hätte so mancher Wolf beim überdenken der heimischen Situation daran vermutlich sogar in Erwägung gezogen mitzuträllern, dem Räuber Dasein zu entsagen und die Ernährung auf Vegan umzustellen.    
Vermutlich würde ein brummeliger realitätsaffiner Dachs jetzt antworten, dass dies alles ein verfluchter romantischer Scheiss war, und der Wald ein modriger kalter feuchter Ort ist, in dem man eben überlebt oder nicht. Wo man nur zu leicht von einer neben den Weg herlaufenden Gefahr in Form eines ärgerlichen Braunbären, Wolfes oder Wegelagerer dahingerafft werden konnte. Ein Dachs, würde vermutlich auch eine Hütte statt einer düsteren und kalten Erdhöhle vorziehen.
Im Wald gab natürlich es auch Hexen. In Fh´ernwald insgesamt ein gutes Dutzend. Die meisten lebten an kleinen Seen, auf Lichtungen, in alten schmucken Häuschen denen man die Last des Alters meist ansah und denen man als Sterblicher möglichst nicht (unbefugt und ohne Geschenk) zu nahe kommen sollte. Besonders nicht jenen an denen Lebkuchen und anderes süßes klebte, oder die Hexchen ziemlich hübsch und noch dazu von graziler Figur waren, oder als sympathische Oma auftraten. Das waren dann jene, denen man besser mit einem gewissen Misstrauen begegnete sollte. Wenn man nicht als Kröte im Brunnen oder Hauptmahlzeit in einem Ofen –oder schlimmerem- enden wollte.
Dem vernehmen nach gab es wohl auch gute Hexen. Nunja, was man so als gut verstehen mochte. In diesem magischen Gewerbe wurde Mann bzw. Frau nicht besonders alt wenn man zu gut war. Ein Phänomen das als Gut(e)hexe in die Geschichte der drei Königreiche einging, und das Experten das Gutherz- Hex Syndrom nannten. Als einer jener Experten (die mehr Zeit im Büro, als der Realität verbrachten, und das Leben in der Regel nur aus Büchern kannten) erste und kreative Erfahrungen mit einer örtlichen Gewitterhexe sammelte, kamen die ersten kreativen Texte zum Thema Hexen zustande.
Andererseits wussten die Dörfler in der Umgebung die Hexen auch zu schätzen. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt waren einen alten Vampir- Fürsten aus dem örtlichen Schloss zu vertreiben oder Werwölfe zu jagen, die auf Gedärme von Bauern und deren Töchtern standen.
Dieses Wert- Schätzen ging so lange gut wie der Respekt vor den Ladys der schwarzen Künste gewahrt blieb. Ging dieser Flöten, gab es entweder gegrillte Hexe oder Dorfbewohner denen Glieder abfielen, fiese Beulen wuchsen, oder die von ihrem Vieh in der Scheune so versemmelt wurden das es triefte. Eine Untotenplage soll es auch schon mal gegeben habe. Diese wurde allerdings ziemlich blutig vom örtlichen Sheriff, seinem Sohn und größtenteils freiwilligen Helfern schnell kreativ ad acta gelegt.  
Alles in allen hielt sich Vertrauen und ein gewisses Unbehagen allerdings im Gleichgewicht. Die Dörfler waren froh die Hexen in der Nähe zu wissen. Die Hexen mochten die Kundschaft, die immer dann kam wenn etwas zwackte, und für reichlich Nachschub an Süsskram (Hexen stehen drauf) sorgte.
Magie spielte dabei eine nicht immer wesentliche Rolle. Oft reichte allerdings auch ein kurzer Blick auf eine der vielen Zangen am Werkzeugbrett, um den wartenden im Patientenstuhl schnell wieder eine dauerhafte Genesung zu verschaffen. Als besonders dramatisch, wie wirksam galt es unter den erfahreneren Heilerinnen klappernd und dramatisch in einem alten Werkzeugkoffer zu kramen, eine große rostige staubige Zange hervorzuziehen und mit einem lauten „Aaah, da ist Sie ja!“ sich wieder dem Patienten zuzuwenden. Meist hatte der derweil schon „geheilt“ die Flucht ergriffen.
Hexen waren Stolz! Ihre Dienerschaft und Umgebung litt gelegentlich darunter. Besenwesen waren so ziemlich die beliebtesten Leibdiener. Das mochte wohl auch daran liegen, dass man als ein Stück Holz mit typischem Watschelgang und zwei dürren Ärmchen nicht unbedingt woanders schnell einen Job bekam. Die hellsten waren die meisten auch nicht gerade.
Wh`ielli war Chef des örtlichen Haushalts,  und für die Organisation des von Bh`rätischem Anwesens zuständig. Nun ist es nicht gerade einfach einer Hexe zu Diensten zu sein. Das konnte je nach Herrin auch mal böse enden. Was dazu führte das es in Hexenhaushalten eher selten zu Aufständen kam. Sieht man von jenem spektakulären Ereignissen um Hexe Kh`natsch vor einigen Jahren ab. Er ging als Wichtelaufstand in die Hexenchroniken ein. Einige Mahlzeiten, -die partout nicht einsehen wollten das „zum Essen“ eingeladen  zu sein bei einer Hexe als Ehre galt-, zettelten einen blutige Aufstand an. Seitdem gab es in Hexenöfen (neuerer Produktion) einen geheimen Innenriegel, in größeren einen feuerfesten Anzug sowie einen Fluchttunnel. Nach vom Himmel plumpsenden Gebäuden, – die bei einigen Hexen eine gewisse Paranoia verursachten, man erkannte sie daran, das permanent hektisch nach oben geschaut wurde um kein fallendes Haus zu verpassen- war dies wohl eines der wenigen Dinge vor denen die Madams durchaus Ängste entwickeln konnten.
Eine spezielle Sorte von menschlichem Nachwuchs gehörte auch dazu. Anstatt sich dem Schicksal zu fügen wurden „ältere“ Damen des magischen Gewerbes von kindischen Drücker- Kolonnen so zugequatscht, das sie schließlich freiwillig vor schlechtem Gewissen in den Teich, von der nächsten Klippe oder Ofen gingen und die Tür von innen schlossen. In diesen Zeiten erforderte es Mut eine Hexe zu sein. Die Traditionen zu wahren und standhaft zu bleiben.
Hexe Kh`nuspelk war jedoch eine Hexe vom alten Schlag. Sie mochte Kinder in allen Varianten (meist mit Knoblauch), stand auf fiese Zauber, wusste um die alten Flüche und galt als die Grand Dame in der Umgebung von Fh`ernwald.
Der neue Hexenbesen hatte es in sich.  Wh`ielli atmete tief durch, schaute Richtung der alten Standuhr, die meist nicht dort stand wo sie eigentlich hätte stehen sollen. Diesmal genoss sie wohl die wärmende Sonne des Nachmittags, auf der Veranda. Laut und vernehmlich schlug es zum Kh`affee. Die Tafel war gedeckt, der neue Besen gewienert, die Hütte geschrubbt, und alles wartete auf die Ankunft der Hexen. Wh`ielli verglich die Zeit mit seiner eigenen Uhr und stellte beruhigt fest, dass sie übereinstimmten. Er, (Besenwesen hatten tatsächlich ein Geschlecht) zündete sich zufrieden eine seiner selbstgedrehten Kippen an. Den Tabak züchtete er selbst auf einer kleinen Lichtung im Wald. Für heute hatten sich zusammen mit der Hausherrin drei weitere Damen angekündigt. Dem Besenwesen missfiel der Begriff Damen ein wenig. Denn so benahmen sich Hexen in den seltensten Fällen. Eher wie eine Gruppe zankender (Raub) Dinosaurier, oder etwas anderem unheimlichem dem man besser nicht zu nahe kam, wenn einem das eigene Leben lieb war.  
Allerdings –und das war ein wichtiges Ritual bei Hexen- standen sie auf Kh`affeeklatsch (mit Keksen). Besonders dann wenn es eine Neuanschaffung zu begaffen und zu loben galt. Hexen gaben gerne an, und standen auf neumodischen Kram aus der nächsten Stadt. Da waren zum einen Hüte und Schuhe, und natürlich die neuste Ausstattung des Besens, oder eben der neue Besen selbst.
Den galt es vorzuführen…..  
Weiter demnächst…..vielleicht….mal schauen….:-)