Freitag, 2. Oktober 2015

Kugelzauberei…..


Multipler Kugelzauber war nichts für schwache Nerven, und schon gar nicht für Anfänger oder Ängstliche Zauberer. Also schlicht nichts für Mirsilus. Der es auch tunlichst dabei beließ diese Art des Zaubers nicht zu benutzen.
Es gab allerdings eine kleine Ausnahme. Die Beschwörung von Kh`affee, jenem köstlich Heißgetränk von der anderen Seite der heimischen Kugel, das Zauberer so sehr liebten, seit vor einigen Jahren ein Postdrache eine ganze Palette davon direkt über einen Prediger von Ph`uff verlor. Die einheimische Bevölkerung  versuchte in jenen Tagen, einem dieser Art von nerv tötenden Missionaren mit langen Bärten gerade auf liebe Art klarzumachen das man Fanatiker in den Bergen von Kh`yff nicht mochte.
Die übliche Vorgehensweise der örtlichen Justiz –sofern vorhanden- war, dass   Einweichen in kochendem Wasser und schließlich das rösten auf kleiner Flamme. Eine durchaus nette Behandlung wenn man bedachte, dass die Heere aus den weiten Ebenen beständig über die Dörfer der Bauern in den Bergen herfielen zum sie zu plündern. Das tausende Meilen entfernt von ihrem Herkunftsort. Diese Invasion war ja noch zu verkraften, irgendwie.
Aber  Prediger empfand die ländlich geprägte wie auch städtische (es gab in den Bergen und Wäldern des Nordens tatsächlich ein paar Städte) Bevölkerung mehr als nur lästig. Sie tauchten dann und wann auf um von ihrem einen Gott zu Predigen der bei ihnen das sagen hatte. Warum sie dabei immer wollten, dass in einem (Ihrer Meinung Dem) Buch gelesen wurde, war den Zuhörern nicht wirklich geläufig. Die Bewohner von Kh`yff liebten allerdings ihre eigenen uralten launischen Götter (schon wegen Ihrer Launen, die sehr kreativ Gestalt annehmen konnten) und gingen darum ebenso launisch wie einfallsreich mit Missionaren um, die versuchten sie ihnen mit göttlich fremden Druck auszureden.
Um es kurz machen. Der Postdrache (noch in der Lehre) verlor die Palette aus großer Höhe genau über jenem Prediger. Kurz nachdem er um noch mehr heißes Wasser in seinen Kessel bat, um dramatischer als Märtyrer dahinscheiden zu können. Es war ein kurzes und kein besonders erwähnenswertes Ende einer Rede über den einen Gott, das zehnmalige Beten gen Osten am Tag. Sowie der Tatsache, dass sowieso alle Ungläubigen (samt Angehörige und Haustiere) bis in alle Ewigkeit verdammt waren.
Die Bergbewohner fanden diese Aussage lustig. Das mit der Verdammnis, der lauten geifernden Stimme, dem heiligen Buch in der Hand, und der Palette mit einigen hundert Pfund Material. Es gab ein dumpfes Platsch und einen religiösen Fanatiker weniger. Bedauert wurde lediglich der Verlust des Kessels von Oma Bh´issfest. Ob das Ende des Missionars  märtyrerrisch korrekt war wurde in diesem Fall nicht überliefert. Aber der Schmied (nebenberuflich Scharfrichter) wurde ein halbe Stunde von ihr mit einem Besenstil bewaffnet durch das Dorf gejagt, bis Oma die Puste ausging. 
Jedenfalls stellte ein praxisorientierter Handlungsreisender fest (die Bewohner des nördlich gelegenen Kh`yff Gebirges und der weiten Wälder waren naturgemäß eher Praktiker als Theorien anzuhängen, die so weit von jeglicher Praxis entfernt waren, das sie einem in der Wildnis kaum zu nützen vermochten) ,dass die Palette eine Art Bohnen geladen hatte, die in Verbindung mit heißem Wasser als Getränk herrlich mundeten. Wenn man in der Lage den strengen Beigeschmack des Predigers zu ignorieren.
Alsbald machte diese Geschichte die Runde und Mirsilus erwies sich durch einen glücklichen Umstand als  einer der wenigen Zauberer die es schafften diese Bohnen zu beschwören. Irgendwo in einem Lagerhaus von Keffuhristan fehlen sie dann, was bei einem Umsatz von hunderten von Tonnen davon nicht weiter auffiel.
Das Problem nur. Ein Transit Zauber dieser Art konnte nur mit mindestens zwei Kugeln vollzogen werden. Was nicht das gravierendste Problem gewesen wäre. Dieser  Zauber setzte eine Menge kinetisch wie magische Energie frei. Was dann schon mal damit enden konnte, das zwei Hektar Wald so frisiert wurden, dass einem Sägemühlenbesitzer das Wasser im Munde zusammenlief. Oder als anderer Variante ein Krater zurückblieb, der einige Tage spuckte rauchte, und seine Umgebung mit einem Dauerregen aus kandierten Früchten, Bratwürstchen, aber auch schon mal Pflastersteinen beglückte. Die Geschichte mit den großen fiesen Raubfischen in einem Drehwind, wurde lieber totgeschwiegen. Sie galt als peinlich in den Bergen.
Mirsilus wusste, dass er das Ganze nur an einem Ort zelebrieren konnte, der abgelegen genug war keine Bauern unnötig gegen sich aufzubringen. Dem Bürgermeister wie König machte das zwar nichts, da sie ihren Teil des Ergebnisses abbekamen. Aber Bauern wurden naturgemäß ärgerlich wenn ein Zauberer eines ihrer Felder abfackelte oder eine ihrer Scheunen in fremde Dimensionen katapultierte wurden wo sie im Zweifel auf Hexen fallen konnten. Da die königliche Wache aber dann weit weg war, vor allem wenn sie gebraucht wurde, verzichtete der Magier lieber auf Kunststückchen dieser Art in der Nähe von bewohntem Gebiet. Zudem verärgerte man Hexen in diesen Regionen nicht. Schon gar nicht dadurch in dem man Häuser auf sie warf, die sie auch treffen konnten. Seit einem Vorfall mit einem umherirrenden Mädchen schoben die Hexen in dieser Region eine gewisse Paranoia und den ständigen drang nach fallenden Gebäuden über Ihnen Ausschau zu halten. 
Also startete der Zauber in einer alten Kapelle am Waldrand von Kh`aff. Die Beschwörung eines Schutzzaubers gelang recht ordentlich. So, das zumindest die Ruine der Kapelle heil bleiben mochte. Die Umgebung war schon eine andere Geschichte.
„Tagchen!“ sagte der Sumpfdrache der bei jedem Zauber von Mirsilus erschien und ging spontan auf die Kühltasche (Zauberer brauche immer was zum Naschen) zu in der er sie sehr zu seiner Freude ein Eis fand und es begierig anfing zu schlecken. Dabei ließ er sich auf einer alten Truhe nieder, die vergangene Zeiten in einer trockenen Ecke des alten Gemäuers überlebt hatte und grinste breit, soweit ein Reptilienschädel und dessen Muskeln dazu in der Lage waren.
Der Magicus beachtete ihn nicht weiter und brachte die Zauberkugeln in Position Ch`yllwalla war davon nicht begeistert. Auch wenn sie sich freute Cousin Kh`ratz mal wieder in real zu sehen. So waren zwei Zauberkugeln an einem Platz jederzeit ein potentielle Bombe mit enormer Durchschlagskraft, wenn eine falsches Wort bzw. Zauberformel fiel. Sprich es war viel magische Energie im Spiel, die sich auch gerne mal kinetisch und sowieso meist sehr spontan entlud.
Es macht pfffssschhhh….., die Maschine (Marke Eigenbau) brühte den besten Kh`affee meinte Mirsilus. Hexe Schre`k von nebenan meinte es wäre etwas, dass sie eher einem Necromanten weiter empfehlen würde und blieb doch besser bei Tee, nach der ersten Verköstigung. Aber die Dörfler und Städter schwörten wohl drauf, warum auch immer.
Mirsilus gönnte sich einen tiefen Schluck und murmelte danach den ersten Zauberspruch, der zum anpeilen dienen sollte. Energie bruzzelte und in der Mitte des Raumes öffnete sich etwas wie ein Fenster, das den Blick in eine Art Lagerhaus freigab. Das Bild war nicht besonders deutlich, aber man erkannte auch die Säcke mit den Bohnen.
Weiter demnächst……