Donnerstag, 24. September 2015

Nachdenkliches

Man hört es ja allerorten. Flüchtlinge, Flucht. Da fallen dann auch schon mal Wörter wie Invasion, Welle, Strom und anderes. Gestern Abend machten die Gutmenschen (böses Wort, ich weiß) wieder einmal die Welle im dritten um klarzustellen, dass es keine Problematik mit der Fluchtproblematik gibt.
Ich persönlich muss gestehen, das mich dieses glattbügeln nur noch ankotzt!
Und ja, ich habe Empathie, kann mitfühlen, wie es ist vor Gewalt fliehen zu müssen. Das Heimatland zu verlassen um andere Perspektiven zu suchen. Das dann die Familie mitkommt, ist ebenso eine Sache die ich verstehen und nachvollziehen kann.

Was mir dabei jedoch immer mehr auf den Keks geht ist, dass zwar stets von den „Armen“ Flüchtenden die Rede ist. Aber jene Menschen denen es in unserem Land schlecht geht kaum Erwähnung finden. Ich darf mal daran erinnern, dass hier bei uns knapp 20% der Bevölkerung von Armut bedroht ist, oder schlicht Arm sind. Von diesen Menschen ist nie die Rede wenn es um Verteilung günstigen Wohnraumes, von Hygiene Artikeln  oder Kleidung u.a. geht. Nein, sie finden weder Erwähnung in den blödsinnigen Reden von Politikern, die keine Ahnung haben von dem was unten an der sozialen Leiter los ist. Und sie finden auch keine Erwähnung bei jenen Menschen die jetzt hilfsbesoffen Flüchtlingen gegenüber durch die Gegend torkeln. Ganz im Gegenteil gibt es eine, -noch scheint es eine zu sein- Kündigung einer Wohnung wegen Eigenbedarf um Flüchtlinge unterzubringen. Falls es wahr ist, ist es eine Sauerei jemanden nach 16 Jahren wegen Flüchtenden aus seiner Wohnung zu schmeißen.


Ich weiß, dass es jetzt einige wieder missverstehen wollen. Ich sehe mich selbst nicht als rechts, weder National denkend noch in irgendwelchen Kreisen dieser Art heimisch oder gar zu Hause.

Aber das was zurzeit in diesem Land abgeht hat nicht wirklich etwas mit „Vernunft“ zu tun. Klar, es ist wichtig zu helfen. Aber man sollte dabei doch bitte auch mal erwähnen, dass der Zustrom von 1 Million Menschen allein in diesem Jahr auch Konsequenzen nach sich ziehen wird.
Selbst dann wenn nur die Hälfte bleiben wird. Dass dies m.E. nicht so sein wird, wissen wir auch wenn wir die momentane Debatte mal genauer verfolgen.

Konsequenzen heißt, das es nun mehr Menschen gibt die auf weniger Ressourcen zugreifen. Heißt um knapper werdende Arbeitsplätze, um geringen Wohnraum, und um soziales konkurrieren. Nur wer sehr Naiv und „hilfsbesoffen“ ist, kann das wirklich ignorieren.

Meist sind es wohl jene Menschen, die nicht unmittelbar damit konfrontiert sind, weil sie bequem in Ihren Häuschen am Stadtrand leben, gutbezahlte Jobs haben und sich in ihren Mittelklasse Autos durch die Gegend fahren und nicht gezwungen sind den ÖPNV zu benutzen. Geschweige denn, das sie Ihren vom Leben gepuderten Hintern mal in ein Problemviertel Gegend bewegen würden wo das so geschätzte MultiKulti Leben tobt. Natürlich ist MultiKulti in diesem Personenkreis nur dann gewünscht wenn es einem selbst nicht zu nahe kommt.

Was würde wohl passieren wenn ein Rentner mit knapper Rente die kaum reicht, ein Geringverdiener, oder ein Alg2 Empfänger am Ende des Monats in eine hiesige Drogerie marschiert und fragt ob er Hygieneartikel umsonst bekommt? Ich denke mal, die Antwort darauf kann sich jeder selbst denken. Sie wird denke ich nicht besonders positiv ausfallen. Und nein, bei der Tafel gibt es diesen Kram nicht!
Ich kenne Rentner, die mit Ihrer Rente knapp über dem Satz liegen. Deshalb keine Ergänzung oder Hilfe bei den Nebenkosten oder Heizkosten bekommen. Geschweige denn Hilfe dabei ein adäquate neue Wohnung zu finden.

Nun überspitze ich hier sicher etwas. Ich finde es falsch all jene die diesen Massenexodus nach Europa auch kritisch sehen als „Rechte“ oder Nazis zu diffamieren ist weder Okay noch richtig. Zudem ist es moralisch doch fragwürdig wenn Gutmenschen jetzt gegen vermeintlichen oder offensichtlichen Pöbel pöbeln. Linke Hetze, ist nicht besser als die Rechte, und auf Ihre Art genauso Menschenverachtend.

Ich schreibe dies deshalb, weil ich finde dass auch die Armut im eigenen Land im Zuge der Debatte über Flüchtlingshilfe nicht vergessen werden darf. Denn sonst fällt den „Gutmenschen“ und zwangsläufig auch anderen das ganze Dilemma irgendwann auf die Füße. Die Wirtschaft wird nicht ewig brummen. Das Geschimpfe auf das böse Kapital bringt es auch nicht wirklich. Genauso wenig wie die Hassparolen von rechts, die ich ebenso abstoßend finde.

Vernünftiges europäisches Handeln wäre wichtig. Eine „sinnvolle“ Integration wäre wichtig. Auch und gerade deshalb um mühsam erworbene Freiheiten zu schützen muss Flüchtlingen klargemacht werden dass hier das Grundgesetz und nicht der Koran das Sagen hat. Das gilt es zu akzeptieren, denn sonst holen wir bald Frankreich und bestimmte Gegenden England in Ihrer Entwicklung ein.
Integration kann nur in Gegenseitigkeit funktionieren. Und ich muss zugeben, dass ich da leider eher skeptisch bin ob es so wie bisher funktionieren wird. Probleme klein und schönzureden ist jedenfalls nicht unbedingt das Mittel um dieser Geschichte zu begegnen.
Musste mir das mal von der Seele schreiben. Einige die es lesen werden, werden es sicher wieder missverstehen wollen, weil sie in Ihren Scheuklappen und Denkmustern gefangen sind. Ist mir egal!
Es muss auch bei aller Empathie kritische Stimmen zu diesem Thema geben können, ohne gleich als Rechts beschimpft zu werden.