Dienstag, 24. März 2015

Nachdenkliches....


Lange her, dass ich mich an Seide versucht habe. Es ist entspannend, und spannend. Zuhause finde ich die Ruhe dazu nicht. Anderswo gelingt es mir dann doch zuweilen. Vorteil dieser Art des Malens ist, zumindest für mich, das ich dann ganz beim tun bin. Meist jedenfalls. Es hilft mir in Grenzen, diese dämlichen Gedankenspiralen in den Hintergrund zu drängen. Die belastenden Schmerzen zumindest so lange zu vergessen bis die Schulter -und anderes- wieder anfängt zu zicken.

Lange habe ich nicht mehr über den Kraken geschrieben. Lange war er in den Tiefen verschwunden. Dass er noch da ist war mir immer bewusst. Lauernd in der Tiefe, immer bereit seine Arme nach mir auszustrecken um mich in die dunklen Abgründe des Loches zu ziehe, in dem ich mich zurzeit mal wieder befinde.
Es ist nie einfach über Depression zu schreiben. So lange begleitet sie mich nun schon. Ein düsterer Begleiter, den ich nicht so recht los werde.
Wenn ich nicht schlafen kann, schreibe ich. Versuche es zumindest. Oder versuche etwas kreativ zu sein.  Soweit, das in diesen Phasen möglich ist. Mal lässt es die bleierne Schwere nicht zu, mal geht es.
Zumindest im Blog versuche ich weiter etwas zu machen. Das verlangen, dass Pause Schild hervorzukramen ist schon da. Aber ich will es eigentlich nicht. So tue ich denn etwas, so gut es geht eben.
Der ein oder andere Eintrag wird sich dann in nächster Zeit mal wieder um dieses Thema drehen. Neulich wurde ich gefragt, warum ich darüber blogge. Wäre doch schlecht wenn das ein potentieller Arbeitgeber so sehen würde.
Das hat mich einen Augenblick zweifeln lassen, ob es sinnvoll ist diese meine Depression zu Thematisieren. Ich kenne diese Zweifel nur zu gut. Dennoch halte ich es für wichtig über Erfahrungen zu schreiben. Denn ohne Frage ist diese Krankheit stigmatisierend. Umso wichtiger, dass es Menschen gibt, die sie aus der dunklen Ecke der Vorurteile hervorholen.
In den letzten Jahren reagiere ich zeitiger auf die Episoden. Merke, wann es beginnt mir schlechter zu gehen. Zu lernen, dann zu reagieren, war ein nicht ganz einfacher Prozess. Das schreiben im Blog hilft mir damit umzugehen.
Jetzt ist es 3.44. Draußen beginnen die ersten Vögel den Tag zu begrüßen. Das nicht schlafen können ist eines der Hauptübel –zumindest für mich-, die zermürbenden Gedankenspiralen und das lähmende grübeln  kommen hinzu. Letztlich überwindbar, aber wenn man darin gefangen ist, ist es ein anstrengender Weg wieder aus dem Loch ans Licht zu kommen.
Man liest sich…..