Montag, 2. März 2015

Gedanken.....


Interessanter Beitrag/Film der da gerade im Zweiten zum Thema Hexenverfolgung in Bamberg läuft. Eine unaufgeklärte Gesellschaft geprägt von den Katastrophen einer kleinen Eiszeit die für einbrechende Nahrungsmittelversorgung sorgte in Verbindung mit der Pest und anderen Seuchen für einen barbarischen Akt der fast 600 Menschen das Leben kostete.

Nun könnte man sagen. Is lange her. Auch interessant, das die Kirche in dieser Hinsicht gar nicht mal unbedingt jene extreme Rolle spielte die man ihr Jahrelang zugedacht hatte. Was nicht heißen soll, das ihr Anteil daran ohne Belang war.
Aber es spielten noch andere weltliche Dinge und Organisationen in diese unsäglichen Prozesse mit hinein. Offene Rechnungen, Besitzansprüche, Neid und Missgunst in Verbindung mit psychotischen Wahrnehmungen einzelner, die man sich damals noch nicht als Krankheit erklären konnte.
Warnende aufklärende Stimmen verhallten, damals.
Fatalerweise, wie auch heute. Denn es gibt sie noch, die Hexenverfolgung. Entspricht jemand nicht dem Glaubensstrom dieser Zeit ist man schneller im Verdacht eine moderne Hexe zu sein als man glaubt. Nun sind die Hexen unserer Zeit nicht unbedingt die früherer Zeiten. Auch brennt niemand mehr wirklich. Heute nennt man das ganze wohle eher gesellschaftliches Mobbing. Etwas das dem „besagt“ werden heutzutage folgt.
Menschen die nicht dem Duktus der genormten Werte entsprechen -es wagen nicht genehme Kritik laut zu äußern- werden im Sinne der jeweiligen Glaubensregeln verfolgt und als Ketzer verurteilt, gemieden, und stigmatisiert wenn sie denn das Pech haben in diese Maschinerie zu geraten. Insofern hat sich da nicht besonders viel geändert. Auch wenn die Scheiterhaufen, und Werkzeuge zur Befragung andere und weniger drastisch sein mögen.
Interessant dabei, dass ausgerechnet jene die sich als aufgeklärt bezeichnen, dabei die Rolle der Kirche bzw. der Tribunale übernehmen. Dabei auch schon mal vergessen, dass sie sehr wohl Toleranz predigen, dabei aber nur ihre Version der Wahrheit zulassen. In dieser Hinsicht lassen sie dann schon eine bemerkenswerte Intoleranz walten.
Die Scheiterhaufen von heute nennen sich wohl Medien wie Zeitung, Fernsehen oder das Internet. Dabei wird von jener Seite, die sich als ach so tolerant bezeichnet keine andere kritische Meinung als ihre eigene zugelassen. In etwa ist das wohl jene Verblendung die zurzeit der Hexenverfolgung geherrscht haben mag. Erst mühsam, durch die Aufklärung der Reformation, der Entwicklung von Wissenschaft und Forschung änderte sich dies.
Heute sind die Hexen wie Ketzer andere. In Mitteleuropa brennen keine wirklichen Scheiterhaufen mehr. Aber die Verfolgung schwelt noch immer, bricht hin und wieder offen aus, wenn es nicht gewünscht ist das unangenehmes nicht der vorherrschende Meinung entsprechendes lauter als nötig ausgesprochen wird.
Schlimm dabei, ist die Unfähigkeit der ausführenden Partei zu erkennen, dass nur eine breite Diskussion Probleme lösen kann. Das man bestimmte gesellschaftliche wie politische Verwerfungen nicht ignorieren sollte. Denn diese gebären dann später weiteres Unheil wenn man ihre Auswirkungen wie Existenz ignoriert.
Kann der Mensch überhaupt lernen? Akzeptieren, dass eine rosarote Brille oder das nicht "Hin Sehens wollens", nicht immer die Wirklichkeit zeigt. Eine Wirklichkeit die andere wohl erfahren, die die sogenannten „toleranten“ aber nie selbst kennengelernt haben.
Solche Filme wie dieser gerade im zweiten sind bitter nötig. Denn sie gemahnen beide Seiten sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, und unterschiedliche Blickrichtungen zuzulassen und zu diskutieren.
Denn sonst wäre es selbst in aufgeklärten Zeiten und entsprechenden Katastrophen auf neue mögliche das wirkliche Scheiterhaufen brennen werden. Das sollte sich wirklich niemand wünschen.

Ein paar nachdenkliche Gedanken vom Fenrir.