Freitag, 27. Februar 2015

Making uff, der Lightpinselei ;-)

Da ich mittlerweile schon einige Male gefragt worden bin wie dat mache mit dem Lightpainten. Hier mal eine kleine Zusammenfassung. Natürlich braucht man zunächst mal das Objekt um das sich das Feuer drehen soll. 

Kann auch nur Feuer – oder eine andere Lichtquelle sein-, aber das finde ich persönlich nicht so dynamisch. Wobei ich meist noch zwei statische Lichtquellen einsetze um die blaue Farbe zu bekommen.
Als beleuchtetes Objekt kann man natürlich so ziemlich alles nehmen. Das liegt ganz im Auge des jeweiligen Machers. Mir hat es ja Kaffee, oder auch die Transparenz verschiedener Materialen angetan.  Hierbei natürlich Glas, oder auch gefüllte Gläser unterschiedlicher Sorte (gibt ganz interessante Effekte).
In diesem Fall ist es eine Glaskugel und ein kaputtes Weinglas sowie ein Eierbecher aus Edelstahl. Edelstahl deshalb weil reflektierend. Die Objekte bekomme ich auf Trödelmärkten oder einem Second-hand Laden in der Nähe. Kosten ein paar Cent und dürfen dabei, dann auch kaputt gehen. Vielmehr spielt das auch eine Rolle beim Experimentieren. Denn ich finde Glasscherben bieten gute Reflektoren. Als Untergrund nehme ich auch gerne Spiegelscherben, bzw. baue sie irgendwie in die Szenerie mit ein.
Wobei wir nun beim eigentlichen Aufbau wären. Das ganze steht auf einer Glasplatte. Warum? Glas ist transparent. Sprich, ich kann noch Licht von unten setzen, das auf das fotografierte Objekt strahlt. Die Platte liegt auf Taschenbüchern. Sinnvoll, da man mit diesen die Höhe leichter vagieren kann, und sie zudem Stabil sind. Der Hintergrund, sollte Schwarz sein. Gut ist ein Material das nicht oder nur wenig reflektiert. Am Anfang habe ich Stoff genommen, der sich aber als nicht ganz so gut erwies, da sich dort Schatten im entwickelten Bild zeigten. Schließlich bin ich bei einfachem Tonpapier gelandet, das seinen Dienst ganz gut erfüllt.
Die Kamera, steht mit einem Weitwinkel recht nahe am Geschehen. Ein kleines Festbrennweite- Objektiv müsste es aber auch tun. Die Kamera selbst muss natürlich die Möglichkeit besitzen längeren Belichtungszeiten einzustellen. Hier muss der Macher natürlich probieren. Es geht um Belichtungszeiten von 4- 30 Sekunden, oder sogar im Bulb Modus der den Spiegel so lange zurückhält bis man noch einmal auslöst. Klaro, das die Kamera still, also auf einem Stativ stehen sollte. Ich nehme ein sehr variables Gorilla- Stativ, das sich bequem anpassen lässt. Knipst man draußen, brauchst es natürlich ein richtiges dreibein.
Je nach Lichtquelle da mit den Distanzen ein wenig probieren.
Hat man alles eingerichtet kann man loslegen. Natürlich sollte das Ganze auf einer stabilen Unterlage stehen. Hantiert man mit offenen Lichtquellen (Feuer) ist ein Eimer Wasser nicht verkehrt. Brandsalbe übrigens auch nicht ;-).
Mein Schreibtisch auf dem das ganze stattfindet ist mittlerweile in einem kreativen Tohuwabohu versunken.
Nachdem nun alles vorbereitet ist, kann es losgehen. An meiner Kam habe ich Standard gemäß den Selbstauslöser mit Fernauslöser eingestellt. Fernauslösung deshalb um Verwacklungen zu vermeiden. Den Selbstauslöser um Zeit zu haben, das Streichholz oder die Wunderkerze anzuzünden.
Hier habe ich eine kleine Kerze die immer brennt. Hintergrundlicht zum orientieren ist gut, sollte aber nicht zu hell sein. Als Blende nehme ich meist 11-14, geht aber auch höher. Der ISO wert sollte niedrig sein. So niedrig wie geht sag ich mal. Aber auch hier muss man ein wenig probieren.
Also, dann los. Fernauslöser betätigen, Streichholz an und es kann losgehen. Erfahrungsgemäß wirkt es am besten wenn die Flamme nach oben züngelnd, bei einer Wunderkerze sollte man sich nicht zu schnell bewegen. Wobei, die Bewegung eine entscheidende Rolle spielt. Hier ist richtiges Timing gefragt, das man jedoch –finde ich- nur durch ausprobieren hinbekommt. Gut bewährt haben sich die langen Zündhölzer, da man mit der Brenndauer gut variieren kann. Noch wichtig, schwarze Handschuhe, da die Haut reflektiert, und das unter Umständen später im Bild zu sehen ist. Gilt auch für das Streichholz, da es in der Regel hell ist. Dies muss man dann schnell bewegen, wobei schnell relativ ist. Probieren angesagt :-).
Alles paletti? Dann mal ran ans Werk, und gutes Gelingen ;-).