Dienstag, 10. Februar 2015

Dat mit dem Bloggen und der Kohle……



Da spricht mir der Doktor aber aus der Seele, was er zum Artikel einer Bloggerin –die über Livestyle und Kochen bloggt- schreibt. Jene Bloggerin lässt sich deutlich über die vermeintlichen Kosten ihres Blogs, dem Equipment  und anderem aus indem sie Kostenpunkte auflistet, die mir etwas seltsam erscheinen ;-).

Hier greift wohl, der Gedanke an –ich muss ja irgendwie was vorrechnen, damit es die Sache wert ist-, das das Bloggen es im wahrsten Sinne des Wortes Geldwert zu sein hat. Ich glaube die gute hat nicht geschnallt, dass Bloggen in erster Linie eine Herzensangelegenheit ist. Nun habe ich auch jene Sozial Media Murkser zur genüge kennengelernt, die Menschlein wie diesen vorrechnen was in einem Blogg zu sein hat, und was für eine dolle Verdienstmöglichkeit das doch ist.
Selbstredend nachdem sich diese miefigen Vampire das Honorar eingesteckt haben und den Blogger meist im Regen stehen lassen. Wenn’s dann nicht funktioniert ist es halt die falsche Idee oder man hat halt nicht genug in Werbung und Co investiert. Diese Vertretertypen verdienen wohl sehr gut damit, zunächst engagierten Menschen Geld für Webspace und anderen Dienstleistungen aus der Tasche zu ziehen. Es sind meist geschickte, wenn auch bei näherem hinsehen durchsichtige Verkäufer der finde ich unangenehmen Sorte. Die Betroffenen merken dann schnell, dass die versprochenen Verdienstmöglichkeiten für Bloggs und Websites, doch erheblich beschränkter sind als ihnen suggeriert wurde. Was dazu führt, das es eine Menge Blogleichen im Net gibt, die ihr Dasein längst eingestellt haben.
Aber zurück zum Bloggen. Für mich stand nie im Hintergrund mit meinem Blog Geld zu verdienen. Es ist eine wie ich schon schrieb Herzensangelegenheit. Das Bloggen ist für mich, wie auch das kreative zur lieben Gewohnheit geworden. Die Zeit, die dafür draufgeht, so etwa ne Stunde (eher weniger) am Tag, wenn es hoch kommt, investiere ich gerne ins Blog.
Meines kostet mich, bis auf die Domain nix. Würde ich um ehrlich zu sein auch nicht mehr dafür ausgeben, selbst wenn ich es hätte. Alles Weitere ist die Liebe zur Sache. Nun ist Fenrir  nicht gerade das bekannteste aller Bloggs ;-). Es liegt  zwischen 100 und 150 Besuchern pro Tag wenn ich meiner Statistik trauen darf. Werbung würde ich nie schalten. Blogs dieser Art finde ich einfach nur ätzend. Zumal sich Reaktionen heute eher auf FB bzw. Google+ abspielen, da meine Postings auch zeitgleich dort eingestellt werden.
Jene Intention mit seinem Blog unbedingt verdienen zu müssen spiegelt aber wohl unsere Kosten- Nutzen Welt in ihrer perversen kapitalistischen Manifestation gut wieder. Alles „muss“ in dieser Welt etwas Monetäres bringen, von Nutzen sein. Einschließlich einem selbst, dem Dackel, Sittich oder dem was Mensch/Blogger gerade tut.
Mir geht es jedoch um den Spaß an der Sache. Bloggen bedeutet der Welt etwas von seiner ganz eigenen Sicht der Dinge mitzuteilen. Das mag bisweilen schräg sein, und geht von kruden bis hin zu gemainstreamten Meinungen (und ja es gibt auch feige und angepasste Blogger). Aber es gibt sie auch die Meinungsvielfalt, und ich würde mir wünschen dass es mehr wird. Mehr Menschen von ihren Lebenswelten erzählen, ohne das da immer gleich der „Verdienst“ in Heller und Pfennig eine Rolle spielt.
Auch und ausdrücklich jene, die sich "nicht" damit rühmen eine sprachlich egozentrische  Intellektuellen- Sülze von sich zu geben bei der einem gelegentlich doch etwas seltsam zumute wird. Davon gibt es vermutlich mehr als man zählen kann. Mich interessieren eher die einfachen Geschichten. Was macht der Malocher/Mensch X irgendwo in der Republik. Wie war das Frühstück, das Mittagessen, der Spaziergang mit dem Hund. Wie war der ganz persönlich erlebte Tag. Wie ergeht es jemandem der gesund ist, der krank ist. Was denken diese Menschen über die Welt und das drum herum. Früher gab es Briefe, die über diese Stimmungen wie Erlebnisse Zeugnis gaben, über erlebtes berichteten. Hin und wieder finde ich auf Trödelmärkten oder anderswo solche Zeugnisse dieser ja Geschichte. Einer Geschichte der kleinen Menschen und ihrer Lebenswelten.
Gelegentlich komme ich auf meinen Spaziergängen auch an Sperrmüll vorbei. Hin und wieder sind wohl auch Haushaltsauflösungen dabei. Viel persönliches, dass einem Menschen der nun nicht mehr da ist etwas bedeutet hat. Dinge, die Geschichten erzählen, die nur wenige oder gar keine je gehört haben.  Wenn ich im Second Hand Laden krame, sehe ich viele dieser Dinge. Gegenstände die etwas an sich haben, nennen wir es Aura. Da frage ich mich schon gelegentlich, was wohl der vorherige Besitzer für ein Mensch gewesen sein mag, was für Lebenswelten und Geschichten dahinter zu finden wären wenn sie jemand erzählt hätte.
Solche Art Erzählungen wie Schilderungen finde ich interessant. Würde mir wünschen, dass es mehr eher normale Menschen gibt die einem von ihrer Sicht der Dinge erzählen. Das polemische und egozentrische Gequake von A. Bloggern geht mir dagegen ziemlich am Arsch vorbei.
So, das war jetzt ein langer Exkurs zum Thema. Mag sein das er gelesen wird, oder auch nicht. Jetzt drehe ich gleich meine Runde draußen, denn es gibt auch andere Dinge die wichtig sind, und deren Bedeutung verkannt wird. Bewegung ;-). Die könnte dem ein oder anderen vorm PC klebenden Blogger in der Tat nicht schaden, aber das ist wohl eine andere durchaus erwähnenswerte Geschichte ;-).

Ps: Die dargestellte Penunse im Bild ist der Rest meines Wochenbudgets ;-).