Sonntag, 11. Januar 2015

Satire, darf alles!




Oh ja, sie muss es sogar! Alles dürfen! Gerade auch im Angesicht unserer Geschichte. Jener Geschichte von sogenannten Weltreligionen, die nie einen Hehl daraus gemacht haben was sie mit Kritikern anstellen würden, wenn sie denn die unbeschränkte Macht dazu hätten.
Dies hat das Christentum in noch nicht allzu ferner Vergangenheit  ziemlich brachial getan.  Mit den massiven Hexenjagden sowie Verfolgung Andersdenkender und  anderem (obwohl die meisten dieser Prozesse eher politisch motiviert waren, und selbst die Inquisition nur relativ wenig damit zu tun hatte, wie der heutige Stand der Forschung wohl belegt.) Die anderen (Welt)- Religionen standen diesem Tun in nichts nach.
Wie dem auch sei. Der Glauben im Zeichen des Kreuzes hat sich jedoch weiter entwickelt. Langsam, aber er hat es getan, wie auch das Judentum, der Buddhismus. Es gibt durchaus noch Schwachpunkte, und ja konservative Dumpfbacken gibt es im Christentum in Form der Kreationisten (der in seiner Form eher rückläufig ist, inwieweit sich das durch den militanten Islam wieder ändert muss man wohl sehen) sicherlich auch.

Immerhin trennen diese eher selten die Köpfe von Kritikern von deren Schultern. Das Christentum hat viele Fehler begangen, aber durchaus in einem sehr langen Prozess daraus gelernt. Wie der heutige Papst ja eindrucksvoll zumindest in Teilen unter Beweis stellt. Wie lange noch, und wie weit dieser Lernprozess ohne Rückschritt geht, muss die Zukunft wohl  zeigen. Der Islam hingegen hat in diesen Punkten noch gewaltiges aufzuholen.

Ich kann mich noch gut an die 70/80er erinnern. Eine Zeit in der Satire vieles versucht hat, vieles erreicht hat. An die Komödie, das Leben des Brian, die an den Grundfesten katholischen Glaubens gerüttelt hat. Zu recht. Der Staat wurde dort oft zum Gehilfen der Zensur. Der Schere in den Köpfen. Letztlich hat es den Sieg der „freien“ Meinungsäußerung nicht aufhalten können. Ein hohes Gut in diesen Tagen. Wenn ich heute –auch in meinem Umfeld- mitbekomme das Menschen schweigen weil sie befürchten als Nazi oder Rassist angefeindet zu werden, weil sie eben eine differenzierte oder ablehnende  Sichtweise des Islams vertreten, dann ist mir nicht wohl dabei.

Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich (Welt) Religionen im Allgemeinen nicht besonders schätze. Den Islam im Besonderen aber um ehrlich zu sein überhaupt nicht ausstehen kann. Gründe nannte ich ja bereits. Mag sein das sich das  irgendwann ändert, ich mich dieser Religion annähern kann. Aber zurzeit ist dies, je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige nicht so.

Heute ist eben diese Meinungsfreiheit wieder bedroht. Gefährdet von einer, wie ich finde hinterwäldlerischen  wie demagogen Religion, die meint ihre Weisheiten des Glaubens über ein olles Buch für sich gepachtet zu haben. In den Teilen der Welt, wo der Islam die Macht innehat werden Kritiker und Menschen die ihre Meinung, ihre Sexualität oder auch nur ihren anderen Gauben ausleben oft genug auf brutalste Art und Weise gefoltert und umgebracht. Diese Religion gibt sich im großen Ganzen immer noch rückständig, frauenfeindlich, homophob und sehr intolerant der westlichen Freiheit gegenüber. Freie Meinungsäußerung gibt es in islamisch geprägten Staaten nach wie vor nicht. Dort wird gefoltert, gegängelt und gemordet, Menschenrechte mit Füßen getreten.

Der feige Anschlag auf Charlie Hebdo dürfte dabei leider nur ein Anfang sein. Ein Anfang in einer Kette von Ereignissen seit dem Aufflammen des fundamentalistisch islamischen Terrors. Die sicherlich auch nicht mit dieser traurigen Begebenheit ihr Ende finden wird.
Aber zurück zur Satire. Für mich persönlich ist an den Zeichnungen der Satire Blätter, nichts aber auch gar nichts Anstößiges. Sie sollen, sie müssen provozieren. Anstoß erregen. In jeder nur erdenklichen Richtung.

Auch in Glaubensdingen. Ich kann gut nachvollziehen, dass sich Gläubige  dadurch gelegentlich angepisst fühlen. Das ist ihr gutes Recht. Ebenso wie es das Recht der Agnostiker, der Heiden , der Atheisten ist, es nicht so zu sehen.  Oder eben das Recht der freien Meinungsäußerung, auch den Glauben wie auch anderes durch den Kakao ziehen zu können.
Der der es Anstößig findet, muss ja nicht hinsehen. Auch wenn ich vermute, dass der ein oder andere doch ganz gerne einen Blick riskiert. So aus purer Neugierde Das liegt wohl in der menschlichen Natur ;-).

Satire gibt es so viel, wie es Satiriker gibt. Sie ist bunt, sie ist durchaus auch mal gemein, auch geschmacklos. In politischer, in religiöser und anderer Hinsicht. Und es ist gut, dass es sie gibt. Denn sie gibt der Freiheit des Gedankens eine Stimme.

Sehe gerade die Sendung zum Trauermarsch in Paris. Beruhigend so viele Menschen für Meinungsfreiheit und Pluralität auf den Straßen zu sehen. Ich hoffe inständig das Satire bzw. deren Macher weiter rotzfrech und auch gemein bleibt, sich nicht einschüchtern lässt. Ein hoch auf jeden, der es sich traut. 

Noch ein PS:
Was das Bild angeht, so mag es jeder interpretieren wie er es möchte ;-).