Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kontroverses……



Ich bedanke mich schon vorab für die Prügel die ich wohl erhalten werde ;-)

Es geht mal um, ich sags ehrlich wachsende Besorgnis dem Islam so wie er sich heute darstellt gegenüber. Es fällt mir da zunehmend schwerer da zu differenzieren.  Es ist mir dabei schon klar, dass es „den Islam“ oder „die Muslime“  nicht gibt, bevor jetzt wieder die „Du musst aber, dies und das Schiene kommt“.

Ne, muss ich eben nicht. Ich schreibe dies aus der Sicht eines nun sagen wir Normalos. Mache mir halt so meine Gedanken. Bis vor wenigen Jahren habe ich dem Islam selbst noch nicht allzu viel Beachtung geschenkt und Muslime bzw. deren Lebensweise in teils sehr heftigen Diskussionen energisch verteidigt.

Das hat sich geändert, mit entsprechend gesammelten negativen Erfahrungen geändert. Meine Einstellung zum Thema hat sich geändert. Es treibt mich um. Beschäftigt mich.   
Nun habe ich mit Weltreligionen ohnehin so meine Probleme. Ich kann mit ihnen schlicht nicht allzu viel anfangen, da ich sie wenn man vom Buddhismus vielleicht einmal absieht für korrupt, altbacken und wenig lern- wie anpassungsfähig halte.

Aber gut. Ist jetzt nicht Thema. Und ja, ich weiß dass man entsprechende Formulierungen auch im heiligen Buch der Christenheit finden wird. Ich denke aber mal, dass dies in unseren Breitengraden ausreichend kommuniziert und auch diskutiert wird. Der religiöse Fundamentalismus im christlichen Spektrum ist dennoch zumindest momentan nicht so drastisch in seiner Ausprägung wie der fundamentale Islam bzw. dessen Strömungen.  
Eine der Fragen die sich mir in den letzten Monaten stellt ist. Kann der Islam der gegenwärtigen Prägung überhaupt demokratisch sein? Für mich persönlich komme ich zu der Überzeugung, dass dies leider nicht so sein kann.

Wie keine andere Religion lebt diese Glaubensrichtung nach ihrem Bekenntnis, dem Koran. Wenn man sich einmal die Mühe macht ein wenig dort drin zu schmökern stößt man auf so etwas wie dies:

Sure2,191
Pa: Und tötet sie (d.h. die heidnischen Gegner), wo (immer) ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! „

Oder:

Sure 2,193
Pa: Und kämpft gegen sie, bis niemand (mehr) versucht, (Gläubige zum Abfall vom Islam) zu verführen, und bis nur noch Allah verehrt wird!

Sure 2,216
Pa: Euch ist vorgeschrieben, (gegen die Ungläubigen) zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist.

Nur einige Stellen. Ich muss mich hier sehr deutlich fragen wie es gläubige Muslime mit diesen Textstellen halten? Nicht nur mit diesen im Übrigen. Es gibt eine Menge anderer Beispiele die noch gruseliger sind. Wie sicherlich auch positive Aspekte, um dies auch zu erwähnen. Aber um die geht es momentan nicht. Ein Muslim ist ja angehalten bedingungslos nach seinem heiligen Buch zu leben. Wie geht das in aufgeklärten Zeiten? In einem glücklicherweise überwiegend säkularen Europa.

Bevor jetzt wieder der Islamophob drohende Hammer herunter schwingt, gefolgt von der Nazikeule. Ich setz schon mal den Helm auf ;-). Dooongggg!!! (tiefer Hall). Helm absetz ;-).

Gut. Tief Luftholen liebe kritische und wohlwollende Leser meines Blog :-). Freut mich das ihr hier seid und euch mal wieder über den armen Fenrir ärgert, oder was mich mehr freuen würde mal die Augen aufmacht und ohne Scheuklappen lest oder diskutiert. Und nein, ich bin weder Islamo- Allergisch, noch phob, noch nationalistisch, noch Nazi noch glaube ich, das die christlich/jüdische Kultur im Land oder Europa in ärgster Bedrängnis ist. Mir geht es lediglich um die Frage, wie hier ansässige Muslime es mit ihrem Buch der Bücher und den Aussagen darin –das ja omnipotent in ihrem Leben ist- halten. Ob der Islam so wie er sich momentan darstellt Demokratie verträglich ist.
Es geht mir um die Frage wie ernst sie Demokratie, die Menschenrechte, unsere freiheitliche Grundordnung nehmen.

Ich denke mal, das dies dringende wie drängende Fragen sind, die diskutiert werden müssen. Der überwiegende Teil der bei uns im Land lebenden Muslime ist friedlich. Die kritischen  Fakten im Zusammenleben sollte man aber auch hier nicht verdrängen. Sie müssen offengelegt und ebenso diskutiert werden wie die Beziehung des Islam (der Muslime) zur Demokratie.  

Mich haben die letzten Terrorakte zutiefst erschüttert. Und ja, mir ist auch klar, dass es fundamentalistische Strömungen sprich Verbrecher sind. Aber mir fehlen die entsprechenden Worte der Islamverbände, der Vertreter dieser Glaubensrichtung hier in unserem Land wie auch in Europa dazu. Wo ist der Aufschrei, der diese Taten verurteilt. Hier passiert meines Erachtens viel zu wenig. Die schon gegebenen Statements empfinde ich als halbgar und wenig wie nichtssagend.

Ich schreibe diese Zeilen als besorgter Bürger. Als Mensch, der sich Gedanken darum macht das zunehmend eine Religion in der gesellschaftlichen Auswirkung auch mein Leben beeinflusst. Deren Gläubige ich leider zu oft als intolerant, lernunwillig, Demokratie wie bildungsverweigernd, frauenfeindlich, homophob, integrationsunwillig und diktatorisch in ihrer Art der Glaubensverbreitung wahrnehme. Gibt natürlich auch die ausdrücklich zu erwähnenden hier gut integrierten Ausnahmen, die man nicht vergessen darf. Denn einfach haben sie es bestimmt nicht, da sie notgedrungen zwischen den Fronten stehen.

Drastisch formuliert!? Ja! Soll es auch sein. Denn Dialog ist mehr denn je notwendig, auch wenn er erzwungen werden muss. Es geht hier um sehr viel mehr als es zunächst den Anschein hat. Denn gegenwärtigen Populisten nutzen unterschwellige Vorurteile, die immer mehr auch deutlich an die Oberfläche treten.

Zeit also zu reden. Probleme über die zunehmend Menschen im Land besorgt sind zu sprechen. Es ist erstaunlich wie es eine eher plumpe (wenig organisierte) Veranstaltung wie Pegida schafft, so viele Menschen auf die Straße zu bringen. Es sind erste Anzeichen. Diese sollte jeder ernst nehmen. Dazu gehört es diese offensichtlich nationalistische Bewegung (ihr rechtsradikales Gedankengut zu unterstellen, halte ich in der Masse der teilnehmenden für vorschnell) kritisch im Auge zu behalten. Aber eben auch ebenso kritisch zu hinterfragen wie der Islam und hier lebende Muslime zur Demokratie stehen, wie sie es mit einer nötigen Trennung von Staat und Religion halten.

Ihr Bekenntnis zu unserer Demokratie fällt mir persönlich noch viel zu vage aus. Muss, wie die Verurteilung von Terrorakten m.E. sehr viel deutlicher werden.

So, jetzt haut mich! Allerdings wäre ein Dialog sehr viel sinnvoller. Bitte kommt mir jetzt nicht mit dem üblichen Statistik Blabla. Jeder findet die Statistik die ihm passt. Das bringt nichts. Diskutiert oder lasst es bleiben. 

Ich bin kein fieser Mensch. Ich mach mir schlicht Sorgen um den Zustand unserer Gesellschaft, in vielen Bereichen über das zusammenleben in ihr. Und da liegt es wohl an uns allen, daran zu arbeiten. Das bedingt auch aktuelle Zustände und Geschehnisse kritisch unter die Lupe zu nehmen, zu diskutieren und nicht unter den Teppich zu kehren. Auf allen Seiten des Teppichs sach ich mal. Den Dreck drunter zu kehren, gleich welcher Couleur er sein mag bringt indes gar nichts.
Mir ist es wichtig das auch die Meinung der einfachen Menschen gehört werden. Das geschieht meines Erachtens viel zu wenig. Viele können ihre Ängste, Sorgen und Nöte nicht so ausdrücken wie es unsereiner vermag (ich rechne mich dabei ausdrücklich nicht zu den "intellektuellen" akademischen Denkern ;-).

Als Blogger bin ich das Schreiben gewohnt. Als politisch denkender Mensch bin ich das reden auch manchmal schwieriges reflektieren gewohnt. Aber mir macht Sorge, das immer mehr Menschen aus diesen Prozessen -die ja recht kompliziert sein können- ausgeklammert sind oder werden. Das auch die Teilhabe in dieser Richtung schwieriger wird für einige Gruppen in unserer Gesellschaft. Das hat vielfältigste Ursachen, Armut, fehlende soziale Teilhabe, Bildungsferne und so vieles mehr sind wichtige Aspekte die man nicht vernachlässigen sollte. Aber auch hier sollten wir uns bemühen, die Menschen dort abzuholen wo sie stehen. Es bringt nichts Ängste und Befürchtungen, mögen sie auch falsch oder falsch verstanden sein  ins lächerliche zu ziehen, das wird zwangsläufig schief gehen.

Bevor ihr kommentiert: Lesen, Lesen, nochmal lesen. Nachdenken! Dann freue ich mich über jede vernünftige Diskussion, die links/rechts/mitte oben oder unten Parolen mal beiseite lässt.