Freitag, 27. Januar 2012

Blog -Spaß vs. Blog- Angst


In letzter Zeit erlebe ich es öfter, dass in Sachen Blog gewisse Unruhe ihre Kreise zieht. Zum einen eine Abmahnwelle in Sachen Bild und Text, aber auch durchaus im Willen über wichtige Dinge des Alltags, der Politik oder anderem kritisch zu schreiben.
Ein Blog lebt von seiner Interaktivität, von seiner Vielfalt mit dem es seine Leser anzieht. Es lebt von Provokation, aber auch von Sachlicher Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen. Aber auch von Information, von Lektüre von Verweisen und von Bildern.
Das profitable und gewinnmaximierte Abmahnwesen steht diesen Dingen diametral entgegen. Hier wird zugunsten des Profits Meinung zensiert und gedroht. Nun kann man sich als Blogger davor schützen indem man Bildmaterial verwendet das unter Creative Common Lizenz steht. Oder man fragt halt einfach beim Rechteinhaber an. Dieser sollte aufgrund der Werbung, die der Blogger für ihn macht in der Regel nichts dagegen haben, solange es nicht kommerziell wird.
Ich persönlich habe im Prinzip nichts dagegen das meine Bilder in Blogs verwendet werden. Solange ich gefragt werde. Das ist ein Akt der Höflichkeit. Wenn mit meinen Bildern allerdings Geld verdient wird, und sei es noch so wenig sieht die Sache schon anders aus. Als Künstler geht es mir nicht gerade gut. So kann und würde ich es nicht tolerieren wenn andere mit meinen Werken Geld machen, und ich nichts davon sehe. Der Verdienst, wenn es denn dazu kommt ist ohnehin so schmal, dass es nur ein karges Zubrot ist.
Aber es geht hier auch um Würde. In meinen und en Bildern anderer nicht oder wenig bekannter Künstler steckt in der Regel eine Menge Arbeit und Herzblut. Es ist nur gut, wenn man dafür zumindest eine geringe Entschädigung erhält. Durchaus eine Frage der Gerechtigkeit.
Aber das ist nur ein Aspekt des Bloggens. Was ich persönlich als schlimm empfinde ist, wenn aufgrund von Abmahnungsrepressalien verhindert wird, dass Menschen in diesem Land frei ihre Meinung äußern. Noch ist diese Bedrohung nicht wirklich real. Aber ich habe das Gefühl, dass sie zumindest von einigen schon so empfunden wird.
 Schlicht ausgedrückt gibt es Blogger mit einer spürbar stärker werdenden ANGST. Angst, besorgniserregende Zustände in diesem Landöffentlich  zu benennen und gegebenenfalls auch anzuprangern. Hier wird es, wie ich finde auch gefährlich. Was ist das für eine Demokratie in dem Menschen beginnen Angst vor ihrer geäußerten Meinung zu entwickeln? Sie deshalb erst gar nicht äußern.
Diese Tatsache sehe ich mit großer Sorge. Denn mir ist „jeder“ Blogger lieb, der sich auch kontrovers  äußert. Welchem politischen Lager er angehört ist dabei zunächst egal. Hauptsache er tut es. Ich hoffe mal das die vielfältige politische Meinungsäußerung in dieser Demokratie weiter bestand hat.
Alles andere wäre fatal. Heutzutage ist es im Dschungel der politischen Lügen, manipulierter Statistiken, korrupter und gieriger Volksvertreter und Bonzen wichtiger denn je, dass es  Menschen gibt, die ehrlich ihre Meinung dazu schreiben. Sich hinter seiner gewonnen Bürgerlichkeit und einer Fassade aus Angst zu verstecken ist gefährlich. Würde im Fall der Fälle auch nicht wirklich helfen. Denn wechseln wir irgendwann in ein autoritäres System oder eine Diktatur, ist niemand wirklich sicher vor Verfolgung. Die Abkehr von Interesse an gesellschaftlichen und politischen Missständen in diesem Land aus Furcht ist gefährlich.
Deshalb bin ich froh über jeden Blogger und Menschen außerhalb der Blogsphäre der sich kritisch äußert. Auch wenn, was man nicht verhehlen sollte, diese Meinung ihren Preis haben kann.

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